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07.06.2018: DRK-Unwettertipps

Blitzunfälle vermeiden – richtige Hilfe im Ernstfall

Foto: pixabay/Free-Photos

Schwere Gewitter und Unwetter haben bereits im Mai Teile von Deutschland überzogen. Weitere sind angekündigt. Das DRK erklärt, wo Menschen bei einem Gewitter sicher sind, wie sie sich unterwegs verhalten sollten und wie in einem Ernstfall geholfen werden kann. Denn die Wiederbelebungschancen für Blitzopfer sind gut, wenn sie schnell erfolgen.

„Ein Blitz kann eine Spannung von mehreren Millionen Volt haben. Die Luft in einem Blitzkanal wird rund 30.000 Grad heiß. Das klingt zunächst erschreckend. Je schneller die Hilfe kommt, desto besser sind die Chancen zu überleben. Auch Menschen, die keine besonderen Kenntnisse in Erster Hilfe haben, sollten keine Zeit verlieren“, sagt DRK-Bundesarzt Prof. Peter Sefrin. Hier seine Tipps:

Tipp 1: Der beste Schutz: Häuser mit Blitzableiter und Autos
Zieht ein Gewitter auf, ist man in einem Gebäude mit Blitzableiter am sichersten. Autos, Wohnmobile, oder die Kabine einer Baumaschine bieten den gleichen Schutz, denn ihre metallische Konstruktion wirkt wie ein Faradayscher Käfig und leitet eventuell einschlagende Blitze ab. Wichtig ist es dabei, die Fenster zu schließen.

Tipp 2: Im Freien: Machen Sie sich klein!
Wird man unterwegs vom Gewitter überrascht, gilt die Faustregel: Nicht der höchste Punkt in der Umgebung sein, sondern so klein wie möglich machen. Mit eng zusammen stehenden Füßen und das Gewicht auf die Fußballen verlagernd in die Hocke gehen und mit den Armen die Knie umschlingen, wenn möglich in einer Bodenmulde. Nirgendwo anlehnen: Auch in Gebäuden, wie Scheunen, Holz- oder Steinhütten sollte man sich in der Mitte des Gebäudes aufhalten und in die Hockestellung gehen. Radler und Reiter sollten absitzen und einen blitzgeschützten Ort aufsuchen. Bergspitzen, Aussichtstürme sowie einzelne Bäume oder Baumgruppen meiden. Im Inneren eines Waldes mit gleichmäßig hohen Bäumen sind Sie einigermaßen sicher. Den Waldrand oder besonders hohe Bäume immer meiden.

Tipp 3: Wasser, weite Ebenen und Metall sind gefährlich
Beim ersten Donnergrollen heißt es, raus aus dem Wasser. Der Kopf bildet im Waser den höchsten Punkt im Umkreis und ist ein sehr wahrscheinliches Ziel für den Blitz. Wasser leitet die Energie des Blitzes. Gleiches gilt für Metall: Radfahrer sollten absteigen und sich ein paar Meter vom Rad entfernen. Legen Sie Regenschirme und Wanderstöcke in sichere Entfernung. Masten, Antennen oder Metallzäune meiden: Auch wer nicht direkt vom Blitz getroffen wird, kann verletzt oder getötet werden. Dort wo der Blitz einschlägt, verteilt sich die elektrische Energie kreisförmig im Erdreich und kann auch im Umkreis Schaden anrichten.

Tipp 4: Schnelle Hilfe rettet Leben – keine Gefahr für Helfer!
Im Gegensatz zu anderen Elektrounfällen besteht unmittelbar nach Blitzeinschlag keine Gefahr für den Helfer. Bei einem bewusstlosen Blitzopfer kann man nichts falsch machen: Bei Kreislaufstillstand sofort mit der Wiederbelebung beginnen. 30-mal mit dem Handballen das Brustbein circa 5 bis 6 Zentimeter tief eindrücken, und zwar mit einer Frequenz von 100 bis 120 Mal pro Minute. Es folgen zwei Atemspenden im Wechsel.

Erhält ein Blitzopfer in den ersten fünf Minuten nach dem Einschlag Hilfe, haben die Wiederbelebungsmaßnahmen in mehr als 80 Prozent Erfolg. Doch die Folgen eines Blitzschlages auf den Körper sind sehr unterschiedlich. Neben Verbrennungen kann es zu Knochenbrüchen oder Verletzungen nach Stürzen kommen, die versorgt werden müssen.

7. Juni 2018 12:04 Uhr. Alter: 69 Tage