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24.07.2018: Psychosoziale Beratungsstelle für Geflüchtete in Bensheim

Psychosoziales Zentrum für Geflüchtete Südhessen (PZGS) bietet ab sofort Beratungen an der Bergstraße – Kreisbeigeordneter Karsten Krug begrüßt das Angebot.

Caritasdirektorin Stefanie Rhein, Alexander Hummel, Sozialarbeiter M.A., Psychosoziales Zentrum für Geflüchtete Südhessen, Maria Antonia Estol, Leitung Migrationsdienst Caritasverband Darmstadt, Kreisbeigeordneter Karsten Krug, Riza Yilmaz, Diplom-Sozialpädagoge, Leiter der Abteilung Sozialarbeit des DRK Darmstadt (v.l.n.r.)

Auf der Flucht erleben Menschen lebensbedrohende Gefahren und traumatische Situationen. Durch diese schweren Belastungen muss mindestens ein Drittel der Geflüchteten als psychisch krank eingestuft werden. Damit die traumatisierten Menschen nicht allein gelassen werden, haben das DRK Darmstadt und der Caritasverband Darmstadt mithilfe von Fördermitteln des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration Anfang Februar das Psychosoziale Zentrum für Geflüchtete Südhessen (PZGS) in der Darmstädter Innenstadt eröffnet. „Ein Team aus Fachkräften, darunter Psychologinnen, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen und Sozialarbeiter, gewährleistet eine Akutversorgung im Bereich der Krisenintervention“, schildert Caritasdirektorin Stefanie Rhein. „Gerade für belastete Menschen kann allerdings ein weiterer Weg zur Beratungsstelle ein große Hürde sein“, weiß Alexander Hummel. Unter den Klienten, die der Sozialarbeiter des PZGS bislang beraten hat, waren auch Menschen, die an der Bergstraße leben. „Um den Zugang zu den Beratungsangeboten zu gewährleisten, sollten sie möglichst niedrigschwellig angesetzt sein.“ „Deshalb begrüßen wir es, dass ab sofort einmal wöchentlich in der Gemeinschaftsunterkunft in Bensheim eine psychosoziale Beratung angeboten wird“, ergänzt Kreisbeigeordneter Karsten Krug. Ihm untersteht der Bereich Soziales im Kreis Bergstraße.

Im Kreis Bergstraße leben rund 4.900 Geflüchtete. „Rückmeldungen der für die Betreuung zuständigen Mitarbeiter berichten über Problemfälle, die einer geeigneten Beratung und Unterstützung bedürfen. Beim Kreis Bergstraße habe ich aufgrund dieser Kenntnis bereits seit Frühjahr 2018 eine Supervision für Mitarbeiter in diesem Spannungsfeld mit einer Psychologin veranlasst“, so Karsten Krug weiter.

Ziel: Nachhaltige Einbindung in das Regelsystem

Das PZGS ist eines von vier psychosozialen Beratungsstellen in Hessen. Für jedes Zentrum stellt das Land Hessen bis zu 400.000 Euro an Fördergeldern pro Jahr zur Verfügung. Mithilfe der Beratungen sollen traumatisierte Personen stabilisiert und nachhaltig in das örtliche Regelsystem eingebunden werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des PZGS ermitteln zunächst, welche Hilfe die Personen benötigen. Professionelle Diagnostik und qualifizierte therapeutische Maßnahmen sollen Traumafolgestörungen und psychische Belastungen wie zum Beispiel Ängste, Essstörungen, Sucht oder schwere Depressionen verhindert oder vorhandene Symptome gelindert werden. Verbunden mit sozialpädagogischer Begleitung sowie Hilfen zur Bewältigung der aktuellen Lebenssituation schaffen diese Behandlungen die Basis zur sozialen Integration. Dabei arbeiten die Sozialpädagoginnen und -pädagogen sowie Psychotherapeutinnen mit allen relevanten Akteuren, im Sinne des Case Managements, zusammen.

Neben den therapeutischen Angeboten sind die fachliche Beratung und die Schulung von Menschen wesentlicher Teil der Aufgaben des PZGS, die mit Flüchtlingen sozialpädagogisch arbeiten, wie zum Beispiel Wohngruppen, Ämter, Ehrenamtliche, Betreuungspersonen, Schulen oder Kindergärten. Auch die Schulung von Dolmetscherinnen und Dolmetschern zählt dazu sowie die Vernetzung mit anderen Einrichtungen, Beratungsstellen, Ämtern und Initiativen.

Pilotprojekt gab Struktur vor

Die Struktur des PZGS basiert auf essentiellen Ergebnissen des bundesweit einzigartigen, hessischen Pilotprojekts „STEP-BY-STEP“. Dieses wurde von Februar 2016 bis April 2017 vom Sigmund-Freud-Institut in Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt am Main in der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (HEAE) am Standort Darmstadt-Starkenburg, Michaelisdorf erfolgreich durchgeführt. Zu den Akteuren, die in das Projekt zusätzlich involviert waren, zählt auch das DRK Darmstadt, das seine Erfahrung nun in das PZGS einbringt. Der Caritasverband Darmstadt ergänzt das Wissen aus dem Pilotprojekt mit den vielfältigen Kenntnissen aus der psychosozialen Begleitung von Menschen und der jahrzehntelangen Beratung von Geflüchteten und eingewanderten Menschen.

Kontakt:

Die Beratungsstunden des Psychosozialen Zentrums für Geflüchtete Südhessen im Kreis Bergstraße finden jeden Dienstag von 10 bis 12 Uhr statt.
Termine können beim Berater Alexander Hummel per E-Mail: a.hummel@prg-suedhessen.de oder am Telefon unter 06151-50 02 860 oder 50 02 861 vereinbart werden.

Pressemeldung und Bilddaten zum Download:

24. Juli 2018 11:47 Uhr. Alter: 23 Tage